Arkuskotangens (Integrationsregel)
Die Stammfunktion der Arkuskotangens-Funktion (abgekürzt: arccot, acot) lässt sich mithilfe von partieller Integration und Integration durch Substitution bestimmen. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Herleitung der Stammfunktion, demonstriert deren Anwendung an einigen Beispielen und beschäftigt sich mit den Integrationsregeln für ganzzahlige Potenzen der Arkuskotangens-Funktion.
Grundlagen
Die Arkuskotangens-Funktion ist eine der Arkusfunktionen. Sie kann für alle reellen Zahlen $x \in \R$ als Umkehrfunktion der Kotangens-Funktion formal wie folgt definiert werden (mit $y \in \R$ und $0 \lt y \lt \pi$):
Integrationsregel
Die Stammfunktion der Arkuskotangens-Funktion (abgekürzt: arccot, acot) ist für alle $x \in \R$ wie folgt definiert:
Hinweis: Bei $\mathcal{C}$ handelt es sich wie üblich um die Integrationskonstante. Für Potenzen der Arkuskotangens-Funktion mit positiven ganzzahligen Exponenten $n \gt 1$ sowie für Potenzen mit negativen ganzzahligen Exponenten $n \leq -1$ existieren keine geschlossenen Integrationsregeln – diese sind nicht elementar integrierbar.
Beispiele
Beispiel 1
Gegeben sei die folgende Funktion, deren Stammfunktion mithilfe der Integrationsregel der Arkuskotangens-Funktion bestimmt werden soll:
Mithilfe der Integration durch Substitution und der Faktorregel für Integrale ergibt sich für die gesuchte Stammfunktion von $f(x)$ die folgende Lösung. Hierbei wird $t=7x$ substituiert, woraus sich $dt = 7\ dx$ bzw. $dx = \frac{1}{7}\ dt$ ergibt.
Beispiel 2
Gegeben sei die folgende Funktion, deren Stammfunktion mithilfe der Integrationsregel der Arkuskotangens-Funktion bestimmt werden soll:
Mithilfe der Integration durch Substitution und der Faktorregel für Integrale ergibt sich für die gesuchte Stammfunktion von $g(x)$ die folgende Lösung. Hierbei wird $t=x^2$ substituiert, woraus sich $dt = 2x\ dx$ bzw. $x\ dx = \frac{1}{2}\ dt$ ergibt.
Herleitung der Integrationsregel von arccot(x)
Die Herleitung der Integrationsregel bzw. der Stammfunktion der Arkuskotangens-Funktion erfolgt mithilfe von partieller Integration und Integration durch Substitution. Es gilt:
| Erklärungen zu den Schritten | |
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Herleitung der Integrationsregel von arccotn(x) für n > 1 und n ≤ -1
Für positive ganzzahlige Exponenten $n \gt 1$ sowie für negative ganzzahlige Exponenten $n \leq -1$ können Potenzen der Arkuskotangens-Funktion nicht integriert werden. Es existiert weder eine explizite Integrationsregel noch eine Rekursionsformel. Partielle Integration führt stets zu Integralen, die nicht elementar integrierbar sind.
Die Nicht-Integrierbarkeit ist ein bekanntes Resultat der Differentialalgebra und kann beispielsweise mithilfe des Risch-Algorithmus formal bewiesen werden.
