Addition von Polynomen
Bei der Polynomaddition wird die Summe von zwei Polynomen berechnet, indem die Koeffizienten der jeweils selben Potenz addiert werden.
Definition
Gegeben seien zwei Polynome $a(x)$ und $b(x)$ mit Grad $n$ bzw. Grad $m$, deren Koeffizienten aus einem Ring $\mathcal{R}$ stammen.
Die Summe der beiden Polynome wird berechnet, indem die Koeffizienten $a_k$ bzw. $b_k$ der Potenzen $x^k$ von $a(x)$ bzw. $b(x)$ addiert werden. Ist die Potenz $x^k$ in einem der Polynome nicht vorhanden, dann besitzt der zugehörige Koeffizient $a_k$ bzw. $b_k$ den Wert $0_\mathcal{R}$.
Für den Grad der Summe gilt:
Beispiele
Beispiel 1
Gegeben seien die beiden nachfolgenden Polynome mit Koeffizienten aus den ganzen Zahlen $\Z$:
Für die Summe $a(x)+b(x)$ ergibt sich somit:
Der Grad der Summe $a(x)+b(x)$ ist $4$ – der höhere der beiden Grade $3$ und $4$ der Polynome $a(x)$ und $b(x)$.
Beispiel 2
Gegeben seien die beiden nachfolgenden Polynome mit Koeffizienten aus den rationalen Zahlen $\Q$:
Für die Summe $a(x)+b(x)$ ergibt sich somit:
Der Grad der Summe $a(x)+b(x)$ ist $1$ – und somit kleiner als der Grad $2$ der beiden Polynome $a(x)$ und $b(x)$.
Beispiel 3
Gegeben seien die beiden nachfolgenden Polynome mit Koeffizienten aus dem Restklassenring $\Z_8$:
Für die Summe $a(x)+b(x)$ ergibt sich somit:
Bei der Summe $a(x)+b(x)$ handelt es sich um das Nullpolynom. Beim Polynom $b(x)$ handelt es sich entsprechend um das additive Inverse des Polynoms $a(x)$.
Eigenschaften
Assoziativität
Die Addition von Polynomen $a(x)$, $b(x)$ und $c(x)$ ist assoziativ; es gilt:
Wie üblich kann bei assoziativen Verknüpfungen auch eine klammerfreie Notation verwendet werden.
Die Assoziativität der Addition von Polynomen kann wie folgt durch Nachrechnen gezeigt werden:
| Erklärungen zu den Schritten | |
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| (1) |
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Kommutativität
Die Addition von Polynomen $a(x)$ und $b(x)$ ist kommutativ; es gilt:
Die Kommutativität der Addition von Polynomen kann wie folgt durch Nachrechnen gezeigt werden:
| Erklärungen zu den Schritten | |
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| (1) |
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| (3) |
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| (4) |
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| (5) |
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Neutrales Element
Das Nullpolynom $0$ ist das neutrale Element der Polynomaddition; es gilt:
Das Nullpolynom $0$ ist linksneutral bezüglich der Polynomaddition, denn es gilt:
Analog kann gezeigt werden, dass das Nullpolynom ebenfalls rechtsneutral ist – und somit das neutrale Element der Polynomaddition:
| Erklärungen zu den Schritten | |
|---|---|
| (1) |
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| (2) |
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| (3) |
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| (4) |
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Inverses Element
Das inverse Element eines Polynoms $a(x)$ bezüglich der Polynomaddition ist das Polynom $-a(x)$, bei dessen Koeffizienten $-a_k$ es sich um die additiven Inversen der Koeffizienten $a_k$ des Polynoms $a(x)$ handelt; es gilt:
Das Polynom $-a(x)$ ist linksinvers zum Polynom $a(x)$, denn es gilt:
Analog kann gezeigt werden, dass das Polynom $-a(x)$ ebenfalls rechtsinvers zum Polynom $a(x)$ ist, und dass es sich somit um das additive Inverse handelt:
| Erklärungen zu den Schritten | |
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| (1) |
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| (3) |
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