Diagonalmatrix
Bei einer Diagonalmatrix handelt es sich um eine quadratische Matrix, bei der alle Elemente außerhalb der Hauptdiagonalen gleich Null sind.
Definition
Gegeben seien eine natürliche Zahl $n \in \N$ sowie ein Ring mit Eins oder Körper $\mathcal{R}$, aus dem sämtliche Elemente stammen – beispielsweise ganze, rationale, reelle oder komplexe Zahlen.
Bei einer Diagonalmatrix handelt es sich um eine quadratische Matrix $D \in \mathcal{R}^{n \times n}$ mit
bei der alle Einträge $d_{ij}$ mit $i \neq j$, also alle Einträge, die nicht auf der Hauptdiagonalen liegen, gleich $0_\mathcal{R}$ sind.
Diagonalmatrizen werden häufig durch ihre Hauptdiagonalelemente angegeben.
Eine Diagonalmatrix ist stets eine symmetrische Matrix sowie eine obere bzw. untere Dreiecksmatrix.
Beispiele
Beispiel 1
Bei der folgenden Matrix $D_1 \in \Z^{2 \times 2}$ handelt es sich um eine Diagonalmatrix.
Beispiel 2
Bei der folgenden Matrix $D_2 \in \Z^{4 \times 4}$ handelt es sich um eine Diagonalmatrix.
Hinweis: Der zweite Diagonaleintrag ist bewusst als $0$ gewählt, um zu zeigen, dass es keine Einschränkungen bei den Diagonalelementen gibt.
Spezielle Diagonalmatrizen
Einheitsmatrix
Bei der Einheitsmatrix $E_n \in \mathcal{R}^{n \times n}$ handelt es sich um eine spezielle Diagonalmatrix, deren Hauptdiagonalelemente alle $1_\mathcal{R}$ sind.
Nullmatrix
Bei der quadratischen Nullmatrix $0_{nn} \in \mathcal{R}^{n \times n}$ handelt es sich um eine spezielle Diagonalmatrix, deren Hauptdiagonalelemente alle $0_\mathcal{R}$ sind.
Skalarmatrix
Bei einer Skalarmatrix $S \in \mathcal{R}^{n \times n}$ handelt es sich um eine Diagonalmatrix, deren Hauptdiagonalelemente alle übereinstimmen.
Eigenschaften
Algebraische Eigenschaften
Bei der Menge der $n \times n$ Diagonalmatrizen handelt es sich um einen kommutativen Unterring des Matrizenrings der quadratischen $n \times n$ Matrizen.
Addition, Subtraktion & Multiplikation von Diagonalmatrizen
Die Matrizenaddition, Matrizensubtraktion und Matrizenmultiplikation von Diagonalmatrizen erfolgt, indem die jeweiligen Hauptdiagonalelemente addiert, subtrahiert bzw. multipliziert werden.
Die Ergebnismatrix ist stets wieder eine Diagonalmatrix.
Potenzen von Diagonalmatrizen
Das Potenzieren einer Diagonalmatrix $D$ erfolgt, indem die Hauptdiagonalelemente potenziert werden. Für $k \in \N$ gilt:
Multiplikation mit einer Diagonalmatrix
Für die Multiplikation mit einer Diagonalmatrix $D$ gelten die folgenden Eigenschaften:
- Die Multiplikation einer Matrix $A \in \mathcal{R}^{m \times n}$ von links mit einer Diagonalmatrix (also $D \cdot A$) entspricht der Multiplikation der Zeilen von $A$ mit den jeweiligen Hauptdiagonalelementen von $D$. \[ D \cdot A = \begin{bmatrix} \quad — & d_1 \cdot z_1 & — \quad \\[0.25em] & \vdots & \\[0.25em] \quad — & d_m \cdot z_m & — \quad \end{bmatrix} \]
- Die Multiplikation einer Matrix $A \in \mathcal{R}^{m \times n}$ von rechts mit einer Diagonalmatrix (also $A \cdot D$) entspricht der Multiplikation der Spalten von $A$ mit den jeweiligen Hauptdiagonalelementen von $D$. \[ A \cdot D = \begin{bmatrix} \mid & & \mid \\[0.25em] d_1 \cdot s_1 & \cdots & d_n \cdot s_n \\[0.25em] \mid & & \mid \end{bmatrix} \]
Inverse Matrix
Eine Diagonalmatrix $D$ ist genau dann invertierbar, wenn keines der Hauptdiagonalelemente $0_\mathcal{R}$ ist, wenn also alle Hauptdiagonalelemente ein multiplikatives inverses Element besitzen. Für die inverse Matrix $D^{-1}$ gilt:
Die inverse Matrix ist selbst wieder eine Diagonalmatrix.
Transponierte Matrix
Die transponierte Matrix $D^T$ einer Diagonalmatrix $D$ entspricht der Diagonalmatrix selbst. Dies ergibt sich unmittelbar aus der Eigenschaft, dass eine Diagonalmatrix $D$ eine symmetrische Matrix ist.
Determinante
Die Determinante einer Diagonalmatrix $D$ kann direkt als Produkt der Hauptdiagonalelemente berechnet werden.
Spur
Die Spur einer Diagonalmatrix $D$ kann direkt als Summe der Hauptdiagonalelemente berechnet werden.
Eigenwerte und Eigenvektoren
Bei den Eigenwerten einer Diagonalmatrix $D = \diag(d_1,\ldots,d_n)$ handelt es sich um die Hauptdiagonalelemente $d_1,\ldots,d_n$ selbst. Die (algebraische) Vielfachheit der Eigenwerte entspricht der Anzahl, wie oft sie auf der Hauptdiagonalen vorkommen.
Bei den Eigenvektoren handelt es sich um die kanonischen Einheitsvektoren. Hierbei gilt, dass der Einheitsvektor $e_i$ der Eigenvektor des Eigenwerts $d_i$ ist. Bei mehrfach vorkommenden Diagonalelementen handelt es sich bei den Eigenvektoren um den Unterraum, der durch die entsprechenden Einheitsvektoren aufgespannt wird.
Diagonalisierbarkeit
Hauptartikel: Diagonalisierbare Matrix
Eine quadratische Matrix $A \in \mathcal{R}^{n \times n}$ heißt diagonalisierbar (auch diagonalähnlich), falls eine Diagonalmatrix $D \in \mathcal{R}^{n \times n}$ existiert, die ähnlich zu $A$ ist – falls also eine reguläre Matrix $S \in \mathcal{R}^{n \times n}$ existiert, so dass gilt:
